Kaum ein internationaler Konflikt wird so gegensätzlich erzählt wie der israelischpalästinensische. Was für die einen die Gründung eines jüdischen Staates nach Jahrhunderten von Verfolgung und Diaspora bedeutet, steht für andere für Nakba, Vertreibung und den Verlust der Heimat. Israel wird als einzige liberale Demokratie des Nahen Ostens bezeichnet – und zugleich als Besatzungsmacht oder Apartheidstaat kritisiert. Der Konflikt verläuft dabei längst nicht nur zwischen Israelis und Palästinensern. Er erzeugt ungewöhnliche politische Bruchlinien weit über den Ort des Geschehens hinaus.
Wie können derart unterschiedliche Bilder desselben Konflikts entstehen? Die Veranstaltung stellt zentrale historische Ereignisse und politische Narrative einander gegenüber und untersucht anhand konkreter Beispiele, welche Fakten ihnen zugrunde liegen – und was jeweils ausgeblendet wird.
Die Veranstaltung versucht deshalb nicht, eine einfache Antwort auf die Frage nach „der richtigen Seite“ zu geben. Sie möchte vielmehr nachvollziehbar machen, warum Menschen zu vollkommen unterschiedlichen Bewertungen desselben Konflikts gelangen – und wo legitime Kritik an israelischer Politik endet, antisemitische Deutungsmuster beginnen oder palästinensische Erfahrungen und Rechte ausgeblendet werden.
Kostenfrei durch Landesförderung zur politischen Bildung.