Wir verfügen über technische Hilfsmittel, die uns Zeit sparen sollen, über vielfältige Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und über einen historisch hohen Lebensstandard. Dennoch fühlen sich viele Menschen erschöpft. Termine, Nachrichten und Erwartungen begleiten uns bis in die Freizeit. Selbst Erholung kann zu einer Aufgabe werden, die möglichst erfolgreich bewältigt werden soll.
Woher kommt diese kollektive Müdigkeit? Liegt sie an der Arbeitswelt, an ständiger Erreichbarkeit und wachsendem Leistungsdruck – oder auch an unserem Wunsch, aus jeder Möglichkeit das Beste machen zu müssen? Was geschieht, wenn gesellschaftliche Probleme als individuelles Versagen erscheinen und Erschöpfung nur noch durch Selbstoptimierung behandelt werden soll?
Die Veranstaltung untersucht die sozialen und kulturellen Ursachen unserer Müdigkeit. Sie fragt, wo die Grenze zwischen notwendiger Anstrengung und dauerhafter Überforderung verläuft – und wie wir Zeit, Arbeit, Erfolg und Erholung neu denken können.
Kostenfrei durch Landesförderung zur politischen Bildung.